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5.3.2 Einsatzmöglichkeiten
Im Netzwerkmanagement ist das automatische Entdecken von neuen Netzknoten einer der
Hauptfunktionen der Management Systeme. Anstatt klassisch zu pingen, könnte man einen
mobilen Agenten einsetzen, der eine einzige Aufgabe hat, und zwar das Schicken der IDs der
besuchten Knoten an seinen Erzeuger. Durch Hinzufügen von Constraints im Agenten, kann
man spezielle Netzwerkmodelle erhalten. Constraints sind Eigenschaften, die ein Objekt
erfüllen muß. Zum Beispiel könnte man nur die Knoten herausfinden, die 3Com Karten
benutzen usw. Der Vorteil dabei ist, daß diese Modelle dynamisch erzeugt werden können.
Das gleiche Prinzip kann auch für die Netzwerkdiagnose eingesetzt werden. Fehlerfindung ist
eigentlich ein Prozess des Aufbaus eines speziellen Netzwerkmodells. Zum Beispiel kann ein
mobiler Agent benutzt werden um Knoten auszumachen, die einen bestimmten Wert
überschreiten und dadurch als überbelastet gelten.
Dienst-Versorgung kann auch mit Hilfe der mobilen Agenten durchgeführt werden. Zum
Beispiel müssen beim Aufbau einer PVC (permanent virtual circuit) zwischen zwei ATM-
Switches viele Aspekte ausgehandelt werden. Diese Aufgabe kann ganz autonom mit mobilen
Agenten erledigt werden. Der mobile Agent kann dabei noch mit anderen MAs
zusammenarbeiten, die Teilaufgaben übernehemen können.
Mobile Agenten können auch zur Komponentenversorgung im Konfigurationsmanagement
eingesetzt werden. Zum Beispiel könnte man Plug-and-Play Netzkomponenten
implementieren. Ein konkretes Beispiel wäre die Aufgabe, einen Netzwerk-Drucker zu
installieren. Man kann davon ausgehen, daß die Anforderungen für die Installation von
Maschine zu Maschine unterschiedlich sind. Die Treiber für Macintosh, Unix und Windows
unterscheiden sich voneinander. Man kann nun mobile Agenten einsetzen, die das ganze
Netzwerk erforschen und herausfinden, welche Treiber benötigt werden, danach könnten
diese den Treiber-Server des Herstellers kontaktieren und die entsprechenden Treiber
herunterladen und installieren. Zusätzlich könnte ein mobiler Agent eine Liste der Geräte
führen, die den Drucker benutzen, so daß er die Installation neuer Treiber koordinieren kann,
falls neue Rechner hinzukommen sollten.
5.3 Implementierung
Mobile Agenten können mit Hilfe zweier Grundtechnologien implementiert werden: mobiler
Code oder Remote Objects.
Mobiler Code ist Code, der während der Laufzeit über das Netzwerk wandern kann und auf
einer Zielmaschine ausgeführt wird. In seiner mächtigsten Form, kann der gleiche mobile Code
auf verschiedenen Plattformen laufen.
Remote Objects sind Objekte die auf verschiedenen Maschinen instanziert werden und
trotzdem ihre Methoden gegenseitig aufrufen können. Der Aufruf sieht genau so aus wie ein
lokaler Aufruf (z.B. Java RMI).
5.3.1 Systemanforderungen
Um mobile Agenten nutzen zu können, muß das System ein Mobilitätsrahmenwerk
implementieren. Das Rahmenwerk muß die Voraussetzungen bieten, um alle Agenten Teil-
modelle, inklusive dem Navigationsmodell zu unterstützen.
Für das life-cycle Modell benötigt man Dienste um Agenten zu erzeugen, zu vernichten, zu
starten,zu stoppen etc.. Das computational Modell bezieht sich auf die Rechenfähigkeit des
Agenten, was auch Datenmanipulation beinhaltet. Das security Modell beschreibt die
Möglichkeiten, wie Agenten auf Netzwerk-Ressourcen zugreifen können, wie auch den Zugriff
vom Netzwerk aus auf die Agenten. Das Kommunikationsmodell definiert die Kommunikation
zwischen den Agenten und zwischen dem Agenten und anderen Einheiten. Alles was sich auf
den Transport eines Agenten (mit oder ohne seinem Zustand) zwischen zwei Einheiten, die
sich an verschiedenen Standorten befinden, bezieht, wird vom Navigationsmodell beschrieben.
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