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1 Einleitung
Einer der am schnellsten wachsenden Bereiche innerhalb des IT-Betriebs ist das Management
verteilter IT-Infrastrukturen. Die Gründe hierfür liegen insbesondere in der manuell kaum mehr
beherrschbaren Komplexität der Netze, Systeme und Anwendungen. Schlecht beherrschabare
Systeme, die zu kritischen Elementen in der Wertschöpfungsprozessen der Anwender
geworden sind, verursachen im Fehlerfall hohe Kosten und Aufwand(MTR_99). Es ist daher
nötig, durch geeignete (Management-)Systeme die Überwachung und Steuerung der IT-
Infrastruktur zu gewährleisten.
Allen klassischen und in der Praxis verwirklichten Ansätze ist gemeinsam, daß die Manage-
ment-Funktionalität, die durch die Agenten implementiert ist, zur Entwicklungszeit fest definiert
wird. Sie ist damit weder zur Installations- noch zur Laufzeit veränderbar.
Heutige Daten- und Telekommunikationsnetze und insbesondere die darauf implementierten,
verteilten Anwendungen unterliegen jedoch einem immer rascheren Wandel, der sich auch im
Bedarf für ein flexibles, skalierbares und neuen Anforderungen angepaßtes Management
äußert. Die Agenten für das Management der Ressourcen müssen also zunehmend auch nach
der Inbetriebnahme in ihrer Funktionalität modifiziert werden können. Man geht neue Wege
und widmet sich den Software Agenten, der verteilten Problemlösung und der künstlichen
Intelligenz.
Agenten sollen nicht nur von einem Hersteller implementiert werden können, sondern auch
Schnittstellen aufweisen müssen um Module unterschiedlicher Hersteller aufnehmen zu
können. Die Offenlegung und Standardisierung von Schnittstellen zwischen allen Teilen des
Managementsystems ist daher eine weitere Notwendigkeit der Erhöhung der Flexibilität.
2 Das Agent Extensibility Protokoll - AgentX
2.1 Einstieg
Im klassischen SNMP-Management hat der Manager über den Agenten lesenden und/oder
schreibenden Zugriff auf die Agenten-MIB (Management Information Base). Die Agenten-MIB
ist eine Sammlung von Variablen, die charakteristisch sind für das Verhalten des Managed
Node. Diese MIB-Variablen werden beim Internet-Management auch als Managementobjekte
bezeichnet. Bisher war es immer so, daß auf einem Agenten immer nur ein MIB-Modell
implementiert wurde, doch die Existenz vieler MIBs aus unterschiedlichen Quellen legt
natürlich den Wunsch nahe, eine Koexistenz mehrerer MIB - Modelle auf einem Agenten zu
unterstützen(HAN_99).
Eine solche Möglichkeit wird in RFC 1592 beschrieben. Den einzelnen MIB-Modulen sind
sogenannte Subagenten zugeordnet, die mit dem (Haupt-) Agenten des Managed Nodes
am Anfang über das Distributed Protocol Interface (DPI) kommunizierten. DPI (RFC1592)
erlaubt dynamisches Hinzufügen und Entfernen von Subagenten und MIBs, ohne den
Hauptagenten neu zu kompilieren.
Das AgentX (RFC2257) Protokoll ist eine Weiterentwicklung von DPI. Das Hauptziel ist
es, SNMP Agenten zur Laufzeit erweitern zu können und dadurch Agentensysteme flexibler
und besser skalierbar zu machen. AgentX sieht eine noch klarere Trennung als DPI zwischen
Hauptagent und Subagenten vor. Im RFC heißt es: The master agent is MIB ignorant and
SNMP omniscient, while the subagent is SNMP ignorant and MIB omniscient for the MIB
variables it instantiates. Hauptagenten interpretieren die SNMP Protokolloperationen und
transformieren sie in AgentX Protokolloperationen. Für den Anschluß an die konkrete
Managementressource sind nur die Subagenten zuständig. Mit AgentX können Subagenten
entwickelt werden, ohne andere Subagenten berücksichtigen zu müssen, die eventuell bereits
auf der Komponente existieren.
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