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Der SNMP erweiterbare Agent ist eine voll funktionsfähige Anwendung, die dynamisches
Hinzufügen von Mengen von SNMP MOs unterstützen durch die Verwendung des AgentX
Protokolls. Es benötigt keine Weiterprogrammierung und implementiert drei MIB Gruppen
(System, SNMP und AgentX). Die Anwendung ist in Java 2 entwickelt. In der ersten Version
wird nur UDP Kommunikation unterstützt. Durch UDP können Subagenten über verschiedene
Hosts verteilt werden, was sehr nutzvoll sein kann, wenn man MOs über das ganze LAN
verteilen möchte, aber nur einen Kontrollpunkt haben will.
Die Anwendung implementiert direkt die Gruppen System und SNMP aus der Standard MIB-II
und die AgentX Standard MIB. Andere MIBs müssen über die Subagenten unterstützt werden.
Die erste Version stützt sich auf SNMPv1, aber in Zukunft soll SNMPv2 integriert werden.
Die AgentX API ist eine Menge von Java Klassen, die einfach für die Entwicklung von SNMP/
AgentX Subagenten benutzt werden können. Sie bietet dem Programmierer eine einfach zu
nutzende Schnittstelle zum Extensibility Protokoll. Diese API ist auch in Java 2 entwickelt
worden.
3 Distributed Management - DISMAN
3.1 Einführung
Klassische Managementsysteme sind als zentralisierte plattformbasierte Architekturen
realisiert, das heißt, daß von einer zentralen Managementplattform aus eine große Anzahl von
Agenten verwaltet werden. Die Agenten besitzen nur einfache Zugriffsschnittstellen und sind
gewöhnlich nicht in der Lage, eine Verarbeitung der Managementdaten, die sie sammeln,
durchzuführen. Dieser Ansatz wird als statisch bezeichnet, da das Vorhandensein
vordefinierter Managementfunktionen vorausgesetzt wird, und eine Änderung dieser
Funktionalität zur Laufzeit nicht möglich ist, d.h. bei einer Änderung der
Managementanforderungen oder der Managementinformationen (MIB) ist eine
Neukompilierung des Agenten oder die Installation eines neuen Agenten notwendig.
Aus dem zentralisierten Managementansatz ergeben sich gravierende Nachteile.
- Die zentrale Managementplattform stellt einen single point of failure dar.
- Beim Verlust der Vebindung zwischen Agent und Management Station geht jede Möglichkeit
der Steuerung oder Überwachung der Netzkomponente, auf der der Agent läuft, verloren .
- Durch die große Anzahl an Agenten und die fehlende Verdichtung von Managementdaten
durch die Agenten, kommt es zu sehr hoher Netzlast.
- Der zentrale Manager wird häufig überlastet.
- Die Anzahl der Applikationen, die auf einer zentralen Managementstation zur Ausführung
gebracht werden können, ist begrenzt.
- Die Architektur ist unflexibel .
Diese Schwachpunkte können durch eine Architektur beseitigt werden, die eine leichte
Anpaßbarkeit an Änderungen in der zu managenden Infrastruktur und eine dynamische
Verlagerung von Funktionalität auf die Agenten ermöglicht. Das dezentrale Modell geht davon
aus, daß die zu überwachenden Systeme immer leistungsfähiger werden. Es entsteht also die
Möglichkeit, immer mehr Überwachungs- und Kontrollaufgaben dezentral durchführen zu
können. Unter dem Management by Delegation Ansatz werden Ideen zusammengefaßt, die es
ermöglichen, Managementfunktionen an die Agenten zu delegieren. Die DISMAN Working
Group setzt sich mit diesem Thema auseinander.
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